Informationssäule Sint-Pieters-Kappelle

Petrus schließt die Tür

Am 1. Januar 2019 wurde die Pfarrei St. Peter in Sint-Pieters-Kapelle nach fast 800 Jahren Geschichte endgültig geschlossen. Der Rückgang der Zahl der Gläubigen und der gesellschaftliche Wandel führten zur Entweihung der Kirche. Heute erlebt das Gebäude als Kulturort für Konzerte und Ausstellungen ein neues Leben.

 

Die Nutzung der Torfböden

Früher war Torf in der Polderregion ein wertvoller Rohstoff. Bis ins 19. Jahrhundert diente er als Brennstoff. Der Abbau hinterließ sichtbare Senken in der Landschaft. An der Grenze zwischen Sint-Pieters-Kapelle und Zevekote erinnert der Standort Bazelaar noch heute an diese frühere Tätigkeit.

 

ontginning

 

St.-Peter-Kirche

Die St.-Peter-Kirche, ihr umfriedeter Friedhof und die Marienkapelle bilden ein harmonisches Ensemble im Herzen des Dorfes. Die 1872 errichtete Kirche wurde während des Ersten Weltkriegs fast vollständig zerstört und vom Architekten Theo Raison wieder aufgebaut. Das schlichte Innere zeichnet sich durch eine bemerkenswerte neobyzantinische Ausstattung und schöne Glasfenster aus.

 

Sint-Pieterskerk

 

Das Gut Spermaliehof

Um 1200 als Abtei auf neu eingedeichten Flächen gegründet, bildet der Spermaliehof den Ursprung des Dorfes Sint-Pieters-Kapelle. Nach dem Weggang der Nonnen wurde er zu einem Abteihof. Im Ersten Weltkrieg zerstört, wurde er wieder aufgebaut und entwickelte sich 1972 zu einem Pionier des Landtourismus.

 

Spermaliehof

 

Sint-Pieters-Kapelle, ein von einer Frau gegründetes Dorf

Sint-Pieters-Kapelle verdankt seinen Ursprung der Adeligen Gela, die um 1200 mit Unterstützung des Papstes eine religiöse Gemeinschaft gründete. Das Dorf entwickelte sich rund um diese einzigartige Initiative. Im Ersten Weltkrieg zerstört, wurde es nach 1977 in die Gemeinde Middelkerke eingegliedert.

 

K.E.R.K. – zeitgenössische Kunst in der ehemaligen Kirche

Im Jahr 2021 verwandelte der Künstler Nick Ervinck die entweihte Kirche in K.E.R.K., einen Ort für zeitgenössische Kunst. Dieser neue Kulturraum verbindet Kulturerbe und künstlerisches Schaffen. Jeden Sommer ziehen kostenlose Ausstellungen Besucher ins Herz der Polder von Middelkerke.

 

K.E.R.K.

 

Urlaub auf dem Bauernhof

1972 startete Godfried Mehuys auf dem Spermaliehof eine innovative Idee: Besucher auf einem aktiven Bauernhof zu empfangen. Dieses vom Eigentümer unterstützte Projekt gilt als Geburtsstunde des Bauernhoftourismus in Flandern. Noch heute empfängt der Standort Familien, Gruppen und Schulklassen in einer authentischen ländlichen Umgebung. 

 

Hoevetoerisme
Fort Nieuwendamme

Das Fort Nieuwendamme, 1584 von den Spaniern erbaut, schützte Nieuwpoort vor Angriffen aus Ostende und den Niederlanden. Der Ort hat jedoch eine ältere Geschichte: 1167 wurde dort die Gezeitenrinne der Testerep abgeriegelt, die die Küste vom Festland trennte. Noch heute ist die Form des Forts mit vier Bastionen deutlich in der Landschaft sichtbar.

 

POI Fort Nieuwendamme2

 

Mannekensvere – Dorf an der Yser

Mannekensvere hat seine Ursprünge in gallorömischer Zeit und entwickelte sich im 12. Jahrhundert entlang der Straße zwischen Nieuwpoort und Brügge. Im Jahr 1171 wird das Dorf als Fährübergang an der Yser erwähnt. Im Ersten Weltkrieg zerstört, verlor es 1971 seine Selbstständigkeit und wurde 1977 Middelkerke angegliedert.

 

POI Mannekensvere IJzer

 

Kirche von Mannekensvere

Bis 1860 besaß Mannekensvere eine mittelalterliche Kirche, die später durch eine neugotische Kirche ersetzt und anschließend im Ersten Weltkrieg zerstört wurde. Die heutige Kirche wurde vom Architekten Raison wieder aufgebaut. Von außen schlicht, überrascht sie mit einem offenen Innenraum und Glasfenstern, die die Aufnahme Mariens in den Himmel darstellen.

 

POI kerk Mannekensvere Onze-Lieve-Vrouwekerk

 

Der Hof Koude Schuur

Die Koude Schuur war einst ein Hof der Tempelritter und wurde bereits 1392 erwähnt. Von den Grafen von Flandern gestiftet, diente sie der Landwirtschaft in den Yserpoldern. Umgeben von breiten Wassergräben nahm der Hof einen prestigeträchtigen Standort ein. Sein Name verweist auf die feuchten Böden, die sich im Frühling nur langsam erwärmen.

 

Coude Scheure 2

 

Coude Scheure

 

Mannekensvere während und nach dem Ersten Weltkrieg – Camiel Lapon erzählt

Camiel Lapon erzählt von seiner Kindheit in Mannekensvere und den verheerenden Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf sein Dorf. 1914 erreichten die Kämpfe die Region: Bombardierungen, Truppenbewegungen und Bewohner, die in Kellern Schutz suchten. Der Familienhof wurde zu einem Feldlazarett, später wurde die Familie vertrieben. Nach dem Krieg war die Rückkehr erschütternd: zerstörte Häuser, unkenntliche Straßen, das Dorf nur noch eine Landschaft aus Ruinen und Stille. 

 

WO1 Gecamoufleerde mortier

 

WO1 Mannekensvere in puin

 

WO1 Oorlogspuin

 

WO1 soldaten aan de loopgraven