Informationssäule Slijpe
Die Tempelritter und ihr Erbe
Der im 12. Jahrhundert gegründete Orden der Tempelritter schützte Pilger auf dem Weg nach Jerusalem. Rasch entwickelte er sich dank seiner Komtureien, sehr effizienter landwirtschaftlicher Güter, zu einer europäischen Macht. Obwohl der Orden im 14. Jahrhundert verschwand, lebt sein Ruf in volkstümlichen Erzählungen weiter, in denen die Tempelritter als reich und streng gegenüber den Bauern gelten.
Der Große Tempelhof
Im 13. Jahrhundert errichteten die Tempelritter in Slijpe ein großes Zentrum: den Großen Tempelhof. Diese Komturei umfasste Gebäude, Mühlen und ein großes befestigtes Tor. Nach der Auflösung des Ordens verlor der Standort an Bedeutung. Im Ersten Weltkrieg zerstört, wurde er wieder aufgebaut. Heute lebt die Erinnerung dank der Tempelritterfeste weiter.
Der Kanal von Nieuwpoort nach Plassendale
Dieser um 1640 gegrabene Kanal verband die Yser mit dem Netz von Brügge und Ostende. Er förderte den Handel und die Entstehung von Weilern wie Slijpebrugge und Rattevalle. Heute dient er vor allem der Freizeitschifffahrt, dem Tourismus und der Erholung, mit einem bei Radfahrern beliebten Treidelpfad.

Der Hof Koude Schuur
Die Koude Schuur, ein ehemaliges Gut der Tempelritter, war ein imposanter Hof, der von Wassergräben umgeben war. Sein Name verweist auf die feuchten Polderböden, die sich nur langsam erwärmen. Nach seiner Zerstörung während des Ersten Weltkriegs wurde der Hof 1921 wieder aufgebaut und erhielt so sein heutiges Aussehen.

Der Weiler Rattevalle
Der Name Rattevalle stammt nicht von Ratten, sondern von einem alten Deichbruch, der eine große Wasserfläche entstehen ließ. Eine andere Erklärung verweist auf die Pferde, die früher eine Schleuse antrieben. Der am Kanal von Plassendale gelegene Weiler verdankt seine Entstehung der wirtschaftlichen Tätigkeit entlang des Wasserwegs.

Slijpe, ein von den Tempelrittern geprägtes Dorf
Slijpe wurde um 1100 unter dem Namen Arleboudskapelle gegründet und ist eng mit den Tempelrittern und den Hospitalitern verbunden. Der Große Tempelhof entwickelte sich dort zu einem bedeutenden Wirtschaftszentrum. Nach schweren Schäden zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Dorf wieder aufgebaut und später in die Gemeinde Middelkerke eingegliedert.

Die St.-Nikolaus-Kirche von Slijpe
Die St.-Nikolaus-Kirche geht auf eine um 1100 gegründete Kapelle zurück. Sie war mit dem Malteserorden verbunden, dessen Ritter dort bestattet wurden. Durch einen Brand und den Krieg beschädigt, wurde sie im 20. Jahrhundert restauriert. Heute prägen ihre Architektur und ihre zeitgenössischen Kunstwerke den Eindruck der Besucher.

Hof ter Walle
Im 14. Jahrhundert war der Hof ter Walle die Residenz der Herren von Slijpe. Auf einer von Wasser umgebenen Motte errichtet, verkörperte das Anwesen Macht und Prestige ohne Übermaß. Die Geländeerhebung und die Wassergräben sind in der Landschaft noch sichtbar und zeugen von dieser besonderen mittelalterlichen Anlage.
