Infotafel Dronkenput

Von einem Baufehler zur Touristenattraktion

Im Jahr 1897 beschloss Middelkerke, ein Wasserreservoir von 500 m³ für den wachsenden Tourismussektor zu bauen. Die Brüsseler Firma Blaton-Aubert wurde als Bauunternehmer bestellt, hatte aber mit einem sumpfigen, wasserkranken Untergrund zu kämpfen.

In der Nacht des 1. Dezember 1897 wurde das noch leere Betonbecken durch steigendes Grundwasser hochgedrückt. Die Konstruktion von 213 Tonnen kam schief zu stehen, mit einer Neigung von 12 %.

Alle Reparaturversuche scheiterten. Da niemand die Abbruchkosten bezahlen wollte, blieb das Bauwerk erhalten.

Dieser Fehlschlag wurde zur Überraschung aller zu einer touristischen Attraktion.

Die schiefen Wände, Pfeiler und geneigten Flächen erzeugen zusammen mit der flachen Wasserfläche eine optische Täuschung, die Besucher völlig verwirrt. Menschen erleben Gleichgewichtsstörungen und fühlen sich „betrunken“.

Middelkerke erkannte die Chance und begann, den Sammelbehälter touristisch zu nutzen. Der Gemeindearbeiter Ambroos Swaels wurde als Aufseher eingesetzt. So war der Dronkenput geboren.