Infotafel Fort Nieuwendamme
Das Fort Nieuwendamme, ursprünglich Fort Real genannt, ist eine Verteidigungsanlage aus dem Jahr 1584. Es wurde auf Anordnung des spanischen Hofes erbaut und sollte Nieuwpoort und die umliegende Region vor Überfällen protestantischer Reformgesinnter aus Ostende und den Niederlanden schützen.
Nach der Belagerung von Ostende (1601-1604) verlor das Fort weitgehend seine strategische Bedeutung.
Während des Ersten Weltkriegs erhielt der Ort jedoch erneut Bedeutung. Das Fort lag damals mitten im Frontgebiet, in einem vom Feind kontrollierten Überschwemmungsgebiet. Die deutsche Besatzungsmacht ließ dort mehrere Bunker errichten. Heute sind dies die letzten Bunker aus dieser Zeit auf dem Gebiet von Middelkerke.
Der Name Nieuwendamme verweist auf einen Damm, der im 12. Jahrhundert gebaut wurde. Dieser Damm sollte die Mündung der damaligen Testerep-Rinne in die IJzer umlenken, damit zusätzliche Flächen eingepoldert werden konnten.
Im 14. Jahrhundert entstand hier, in der Nähe der Schleusen an der IJzer, eine relativ wohlhabende Handelssiedlung. Die Anwesenheit eines Überzugs spielte dabei eine wichtige Rolle. Über eine solche Vorrichtung konnten Boote von der IJzer in den Ieperleed gezogen werden, und umgekehrt.
Für die Einwohner von Ypern war dies ein entscheidender Punkt auf einem wichtigen Handelsweg zum Meer.
Das Gebiet rund um Nieuwendamme war also nicht nur militärisch-strategisch wichtig. Durch die Kontrolle über den Wasserhaushalt hatte es, besonders bis ins 16. Jahrhundert, auch eine große wirtschaftliche Bedeutung.
Auch heute sind das mehr als 400 Jahre alte Fort und der komplizierte Wasserhaushalt noch deutlich in der Landschaft erkennbar. Auf Luftbildern erkennt man sofort die typische Form der Schanze mit ihren vier Bastionen.
Das Fort Nieuwendamme steht seit 1981 unter Denkmalschutz.


