Infotafel Rattevallebrug

Rattevalle

Der Name klingt rätselhaft, doch mit Rattenfallen hat der Weiler Rattevalle eigentlich wenig zu tun.

Die Geschichte hinter dem Namen ist mindestens ebenso spannend.

Vor der Mitte des 12. Jahrhunderts brach hier ein Deich. Das Wasser strömte heraus und hinterließ eine große, runde Wasserfläche.

Im Mittelniederländischen nannte man so etwas einen waal — ein Loch in einem Deich, an dem der Boden weggespült wurde.

In Brügger Quellen taucht die Form rasewale oder rossewaal erstmals im Jahr 1263 auf.

Der Ortsname Rattevalle verweist höchstwahrscheinlich auf diesen katastrophalen Deichbruch, dessen Spuren die Landschaft noch lange prägten.

Es gibt jedoch noch eine zweite mögliche Erklärung.

Im 17. Jahrhundert befand sich an der heutigen Rattevallebrug eine Schleuse am Kanal von Plassendale, der zwischen 1638 und 1640 gegraben wurde.

Diese Schleuse wurde durch Pferdekraft angetrieben — durch Rösser.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass der Weiler seinen Namen auch den Tieren verdankt, die dort Tag für Tag ihre Runden drehten, um das Wasser zu bändigen.

Auf einer Karte der Wasserwege rund um Nieuwendamme aus dem Jahr 1682 wird die Schleuse als ’t Nieuw Sas erwähnt.

Der Name weckt bis heute Neugier.